Caritas

Caritas – Auftrag zur Nächstenliebe


Das lateinische Wort Caritas bedeutet schlicht: Liebe. Gemeint ist damit die tätige Nächstenliebe, das Engagement für andere, der Dienst am Mitmenschen. Für Gläubige kommt alle Liebe letztlich von Gott: Aus Liebe hat er die Welt erschaffen und ist in Jesus Christus selber Mensch geworden. Weil Gott die Menschen liebt und die Liebe das Größte für den Menschen ist, hat Jesus seinen Jüngern und damit den Christen ein zentrales Doppelgebot hinterlassen: Liebe Gott! Und liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Markus 12, 30-31


Herz im Himmel, Bild: photocase.de, misterqm

Gottesliebe geht nicht ohne Nächstenliebe - deswegen ist Caritas ein wichtiges Gebot für alle Christen (Bild: photocase.de, misterqm)


In der Zuwendung zu allen Menschen, in der Gemeinschaft besonders mit Armen und Benachteiligten, hat Jesus vorgelebt, worauf es für Christen praktisch ankommt: Das Reich Gottes, Gottes Liebe und Nähe werden erfahrbar in gelebter Hilfe, im Einsatz für Solidarität und Gerechtigkeit. Das Evangelium, die frohe Botschaft des Christentums, muss konkret werden im Handeln – Gottesliebe geht nicht ohne Nächstenliebe: "Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht." 1. Johannes 4, 20

Glaube ohne Liebe ist nicht glaub-würdig. Gottesdienst und Menschendienst gehören zusammen. Darum hat Benedikt XVI. in seinem Schreiben "Deus caritas est/Gott ist die Liebe" das Wesen der Kirche wie folgt beschrieben: "Der Liebesdienst ist für die Kirche nicht eine Art Wohlfahrtsaktivität, die man auch anderen überlassen könnte, sondern er gehört zu ihrem Wesen, ist unverzichtbarer Wesensausdruck ihrer selbst." Zum Handeln aus Liebe sind somit alle Christen aufgerufen: in der Familie und im Beruf, in der Gemeinde und im Freundeskreis, in der eigenen Umgebung, aber auch angesichts von Not und Elend in anderen Regionen der Welt.

Für eine wirkungsvolle Unterstützung von Menschen in Not ist jedoch häufig eine entsprechende Fachkompetenz vonnöten. Darum gibt es neben dem caritativen Engagement im Privatleben, in Kirchengemeinden und durch christliche Gruppierungen die professionelle soziale Arbeit durch die verbandlich organisierte Caritas, den Caritasverband.


Die Caritasverbände im Bistum Osnabrück


Not sehen und handeln – das ist der Leitspruch der Caritas, dem größten Wohlfahrtsverband in Deutschland. Er organisiert die soziale Arbeit der katholischen Kirche. Im Bistum Osnabrück arbeiten insgesamt rund 17.000 Männer und Frauen in den Bereichen Kinderbetreuung, Altenhilfe und Pflege, Behindertenhilfe und Psychiatrie, Suchtprävention und Rehabilitation, Hilfe und Beratung für Mütter und Familien, in der Allgemeinen Sozialen Beratung, der Wohnungslosenhilfe, in Migrationsfachdiensten, Krankenhäusern und vielen Einrichtungen mehr. Hinzu kommen rund 8000 Ehrenamtliche.


Logo Caritasverband, Bild: pr

Zugleich sind die Caritasverbände Osnabrück und Bremen Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege. Diese Aufgabe drückt sich in vielfältiger Form aus: Sie verhandeln für Mitglieder mit Krankenkassen und Sozialversicherungen, lassen die Erfahrungen der caritativen Arbeit einfließen in Gesetzgebungsverfahren und in die Meinungsbildung von Parlamenten und politischen Gremien. Sie organisieren auch Protest gegen Unrecht und Benachteiligung und kämpft darum, dass die Strukturen der Hilfe vor Ort so aufgebaut sind, dass sie dem Bedarf entsprechen.

Der Caritasverband im Bistum Osnabrück hat sein christliches Selbstverständnis unter ein biblisches Wort des Apostels Petrus gestellt: "Was ich habe, das gebe ich Dir" Apostelgeschichte 3, 6
Dazu wurden 7 Eckpunkte entwickelt:

1. Caritas – unser Name ist unser Auftrag: tätige Nächstenliebe.
2. Für uns ist jeder Mensch von Gott berufen.
3. Unsere Arbeit hat Qualität.
4. Wir bieten Hilfe, Herz und Hoffnung.
5. Wir gestalten unsere Kirche mit.
6. Wir gehen achtsam miteinander um.
7. Wir stärken uns für unsere Aufgaben.

Was das im Einzelnen bedeutet, können Sie hier nachlesen!



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