Mein Arbeitgeber Kirche
Mit etwa 1,3 Millionen Arbeitnehmern sind die Kirchen in Deutschland der zweitgrößte Arbeitgeber nach dem öffentlichen Dienst. Im Bistum Osnabrück sind derzeit mehr als 14.000 Frauen und Männer bei kirchlichen Einrichtungen beschäftigt.
Wer dabei nur an pastorale Berufe wie Priester, Gemeindereferenten, Diakone oder Religionslehrer denkt, wird überrascht sein: Als Arbeitgeber ist das Bistum Osnabrück zusammen mit der Caritas vor allem im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen tätig. Zusammen unterhalten sie zahlreiche Krankenhäuser, Hospize, Pflegeheime, Seniorenstifte und Kindertagesstätten. Außerdem Beratungsstellen und andere Hilfsangebote, wie Mahlzeiten- und Fahrdienste.
Hier ist vor allem Personal gefragt, dass medizinisch und pädagogisch ausgebildet ist: Ärzte, Krankenpfleger, Altenpfleger, Heilerziehungspfleger sowie Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Erzieher und Heilpädagogen.
In kirchlicher Verwaltung sind Juristen und Betriebswirte, Bürokaufleute und Steuerfachangestellte, Informatiker und Architekten tätig. Außerdem beschäftigt das Bistum Osnabrück unter anderem Journalisten und Bibliothekare, Musiker, Hausmeister und Reinigungskräfte.
Sie alle machen die katholische Kirche zu einem der vielseitigsten Arbeitgeber überhaupt - so bunt die Berufe und Arbeitsfelder, so bunt sind auch die Menschen, die hier arbeiten. Das Bistum Osnabrück ist familienfreundlich, fördert Potentiale und bietet zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten.
Wer arbeitet denn beim Bistum Osnabrück? Unten auf dieser Seite finden Sie einige Beispiele!

Meike Wenzel
Meike Wenzel, 31 Jahre alt, verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter
Gemeindereferentin in den gemeinden St. Antonius Osnabrück-Voxtrup und Maria Hilfe der Christen Osnabrück-Lüstringen
"Gemeindereferentin, was ist das denn?" Etwas erstaunt war ich schon, als mich Mitte der Neunziger Jahre unser damaliger Pastor darauf ansprach, ob ich mir nicht diesen Beruf vorstellen könnte. Ich unterhielt damals mit ihm um herauszufinden, was denn wohl das Richtige für mich ist und klar war mir schon länger, dass mein beruflicher Weg in der katholischen Kirche liegen soll. Die Kolpingjugend unseres Diözesanverbandes wurde schnell zu meiner zweiten Heimat. Ich wusste: das möchte ich tun - mit Menschen zusammenarbeiten, lachen und leben, der Kirche ein offenes und herzliches Gesicht geben.
Die Berufsgruppe der GemeindereferentInnen war mir zunächst nicht bekannt, doch durch Gespräche mit damaligen Vertretern des Personalreferates wuchs mein Wunsch, Gemeindereferentin zu werden. Eine Bewerbung habe ich in meinem Leben geschrieben und die hat mich auf meinen Weg gebracht. Von 1999 bis 2003 studierte ich Religionspädagogik an der damaligen Katholischen Fachhochschule Paderborn. Nach einem Anerkennungsjahr und zwei Jahren Assistenzzeit wurde ich von Bischof Franz-Josef Bode im Jahr 2006 gesendet und war fortan Gemeindereferentin.
Viele berufliche und private Veränderungen haben meine ersten acht Berufsjahre geprägt. Heute bin ich verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter. Ich bin froh, einen Arbeitgeber wie die katholische Kirche zu haben. In meinem Beruf habe ich die Möglichkeit, meine Familie mit zu integrieren und so private und berufliche Interessen zu verbinden. Als Gemeindereferentin wachsen die Aufgaben entsprechend dem eigenen Alter und der eigenen Lebenssituation mit. So war ich früher sehr viel in der Jugendarbeit tätig, wobei heute einer meiner Schwerpunkte in der Planung von Familien- und Schulgottesdiensten liegt. Aber auch die Vorbereitung Jugendlicher auf die Firmung und das erteilen von Kontaktstunden in der örtlichen Grundschule gehören zu meinen Beschäftigungen.
Das Aufgabenspektrum ist so weit gestreut, dass es mir bisher nie langweilig geworden ist. Auch wenn es manchmal schwere Zeiten in der Kirche gab und gibt, es ist wichtig am Ball zu bleiben und dabei mitzuhelfen , dass Veränderungen möglich sind. Kraft dazu geben mir persönlich immer wieder mein Glaube und das Gespräch mit den Menschen in meinen Kirchengemeinden.

Frank Schlösser
Frank Schlösser, 39 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder
Referent für Personalangelegenheiten in der Abteilung Personal und Organisation im Bischöflichen Generalvikariat
Arbeitgeber Kirche? Ein Arbeitgeber wie jeder andere kann die Kirche nicht sein, denn häufig wird nach dieser Frage zunächst gelächelt, dann doch interessiert nachgehakt, zuweilen aber auch kritisch hinterfragt. Das sind jedenfalls meine Erfahrungen im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis.
Nach Ausbildung und Berufserfahrung als Verwaltungsfachangestellter in einer öffentlichen Kommune sowie eines BWL-Studiums ist das Bistum Osnabrück nach dem Erzbistum Hamburg bereits mein zweiter Arbeitgeber im kirchlichen Bereich.
Meine Zuständigkeiten beziehen sich auf Aufgaben im Bereich von Personal und Organisation mit vielfältigen Kontakten zu Personen in kirchlichen Einrichtungen und Institutionen innerhalb des Bischöflichen Generalvikariates, der Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, den Bildungshäusern, Vereinen und Verbänden sowie den sonstigen kirchlichen Rechtsträgern.
Besonders schätze ich im BGV die Kollegialität innerhalb der Betriebsgemeinschaft, die auf vielförmige Weise gelebt wird, z.B. bei gemeinsamen außerdienstlichen Unternehmungen wie dem Betriebsfußball in der Domsporthalle immer mittwochs, dem jährlichen Betriebsausflug und nicht zuletzt dem täglichen Informationsaustausch beim gemeinsamen Frühstück.
Wie bei jedem Arbeitgeber ist auch bei kirchlichen Einrichtungen betriebswirtschaftliches Denken wichtig, wobei allerdings noch Platz für familienfreundliche Maßnahmen wie z.B. das Angebot von flexiblen Arbeitszeiten bleibt. Nicht missen möchte ich insbesondere auch die gesammelten Erfahrungen bei der Inanspruchnahme der Elternzeit für unsere Kinder.

Bettina Gehrs
Bettina Gehrs, 35 Jahre alt, verheiratet und Mutter eines Sohnes
Erzieherin in der katholischen Kindertagesstätte St. Hermann-Josef Twist
Es war immer schon immer mein Traumberuf: Die Arbeit mit Kindern! Schon im Jugendalter habe ich mich gern mit Kindern beschäftigt - auch am Gemeindeleben in meinem Heimatdorf nahm ich aktiv teil. Viele Jahre übernahm ich das Amt des Lektors und auch in unserer Jugendschola war ich ein fester Bestandteil. Deshalb war und ist es mir wichtig, in der Arbeit mit Kindern auch religiöse Werte zu vermitteln. Nach meiner fünfjährigen schulischen und praktischen Ausbildung bekam ich eine Festanstellung in der kathholischen Kindertagesstätte St. Hermann-Josef. Auch in dieser doch eher kleinen Gemeinde, spielt das Gemeindeleben rund um Kirche eine große Rolle. Durch die Präsenz des Pastors in unserer Einrichtung ist es uns immer möglich, eine gute Verbindung zwischen Glaube, Kirchengemeinde und Kindergarten herzustellen.
In meinen ersten Berufsjahren konnte ich viel ausprobieren, dadurch habe ich mir eine feste Basis aufgebaut. Die Betreuung, Bildung, Erziehung und Pflege der Kinder in der Ganztagsgruppe gehören zu meinem Aufgabengebiet, sowie intensive Elternarbeit durch das führen von Entwicklungsgesprächen, Elternberatung, Planung- und Durchführung von Eltern-Kind-Aktivitäten. Des Weiteren sind gerade bei der Arbeit in einer Kindertagesstätte ein gutes kollegiales Miteinander und Teamarbeit unerlässlich. Die Arbeit in der Kindertagesstätte wird immer umfangreicher und vielschichtiger. Mir macht das Spaß, denn neue Aufgaben und Herausforderungen gemeinsam im Team zu meistern bringt mich stetig weiter.
Aber auch in meinem Privatleben hat sich in den vergangenen 10 Jahren einiges verändert: Ich habe geheiratet und bin nun Mutter eines zweijährigen Sohnes. Durch den sehr verständnisvollen Arbeitgeber Bistum Osnabrück und die Kirchengemeinde Heilig-Kreuz, war es für mich nicht schwer, schon nach einem Jahr Elternzeit wieder in das Berufsleben einzusteigen. Von Anfang an war der Arbeitgeber Kirche sehr kollegial: Ich konnte ohne Probleme meine Vollzeitstelle von 39 Stunden auf 31 Stunden reduzieren. So wird mir die Möglichkeit gegeben, einen großen Teil des Tages für meinen Sohn da zu sein und trotzdem meine beruflichen Ziele weiter zu verfolgen.
Ich bin sehr froh, einen so flexiblen und verständnisvollen Arbeitgeber zu haben. So hoffe ich noch viele weitere Jahre in dieser Einrichtung arbeiten zu können, um gemeinsam mit den Kindern zu lernen, sie in ihrem eigenen Tun zu stärken und ihnen Spaß und Freude zu bieten. Mir ist dabei sehr wichtig, meinen Glauben an die Kinder der Kindertagesstätte weiter zu geben. Denn gerade in der heutigen Zeit, in der die religiöse Erziehung oft Unsicherheiten aufkommen lässt, möchte ich den Kindern Werte des Glaubens vermitteln, sie Stärken und Freude schenken.
