Zeitgenössische Ansichten zu einem Ursymbol
In der Welt der Symbole nimmt das Kreuz eine herausragende Stellung ein. Abgeleitet aus der Körperwahrnehmung des Menschen, spielt es seit der Frühzeit in vielen Kulturen eine wichtige Rolle. Als Generalsymbol (Wolfgang Beinert) des Christentums hat es über viele Jahrhunderte hinweg das Abendland geprägt.
Seinen bewegenden Charakter hat das Kreuz bis in die Gegenwart bewahrt.
Kreuzbehälter mit Eierschalen - ein Werk des Künstlers Bernhard Stüber
Trotz einer zunehmend säkularen Gesellschaft, fühlen sich Künstler auch heute noch auf- und herausgefordert, dieses Symbol zu thematisieren. Seit etwa 30 Jahren lässt sich allgemein eine Zunahme religiöser Motive in Kunst, Kultur und Werbung beobachten. Allerdings haben sich vor dem Hintergrund eines veränderten Weltbildes sowie eines veränderten Kunstbegriffs völlig neue Zugänge zu dieser Thematik entwickelt, die in der Tradition undenkbar gewesen wären.
Die Ausstellung "Kreuz Wege Positionen. Zeitgenössische Ansichten zu einem Ursymbol" schlägt eine Brücke zwischen alten und neuen Interpretationen. Bedeutende Gold- schmiedearbeiten sowie Werke der Plastik, Elfenbein- schnitzkunst und Malerei aus Museum und Dom zeigen die Entwicklung der Kreuz- und Kreuzigungsdarstellungen vom Frühchristentum bis in die Neuzeit. Diese Beispiele aus eigenem Bestand werden in ein spannungsvolles Verhältnis gesetzt zu Leihgaben zeitgenössischer Werke von Museen, Galerien, Künstlern und privaten Sammlern.
Für Bischof Franz-Josef Bode ist die neue Sonderausstellung im Diözesanmuseum ein Kreuzweg der besonderen Art: "Das Kreuz sollte ein Stachel in unserem Fleisch sein und hier werden wir mit herausfordernden, ja erschütternden künstlerischen Positionen konfrontiert", sagte der Bischof von Osnabrück zur Eröffnung der Ausstellung. Dabei sei es die Aufgabe der Künstler, Grenzbereiche auszuloten, die bis ins Blasphemische gehen könnten.

Bei der Kreuzbetrachtung (v.l.): Kuratorin Friederike Dorner, Bischof Franz-Josef Bode, Museumsdirektor Hermann Queckenstedt und Jürgen Lenssen, Domkapitular aus Würzburg
Die Ausstellung entfaltet ein breites Spektrum heutiger Interpretationen zum Thema Kreuz. Neben erzählerische Darstellungen treten solche, die sich diesem Symbol rein über Form oder Material nähern.
Der Betrachter hat – besonders im Vergleich alter und neuer Formulierungen von Kreuz und Kreuzigungsdarstellungen – die Möglichkeit, seine persönliche Position zu diesem Ursymbol zu gewinnen.
Neben der Sonderausstellungsfläche des Diözesanmuseums bespielt die Ausstellung auch die Domschatzkammer sowie das Forum am Dom und die Nikolauskapelle im Kreuzgang.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Künstlerinnen und Künstler
Roger Aupperle, Franz Bernhard, Christoph Brech, Jürgen Brodwolf, Markus Daum, Felix Droese, Thomas Duttenhoefer, Harald Duwe, Ewald Eckerle, Lothar Fischer, Wieland Förster, Klaus Hack, Friedemann Hahn, Karl Hartung, Horst Hübsch, Jörg Kicherer, Heinrich Kirchner, Werner Knaupp, Alfred Kremer, Lisette Mat a Lon, Ewald Mataré, David Nash, Lon Pennock, Thomas Pfab, Friedrich Press, Helmut Rieger, Robert Schad, Emil Scheibe, Sabine Schellhorn, André Schweers, Volker Stelzmann, Bernhard Stüber, Michael Triegel, Jens Trimpin, Beate Wassermann







