Stress? Nee, lieber chillen!
"Stress ist, wenn der Kopf Purzelbäume macht", sagt Sabrina, 27 Jahre alt. Wenn man gereizt ist, sich nicht mehr konzentrieren kann, wenn man schlecht schläft, verspannt ist, Kopfschmerzen hat – all das sind Anzeichen dafür, dass es gerade einfach zu viel ist, für Körper und Seele.
Bei einer Nachtaktion zum Thema "Komm mal runter" trafen sich jetzt junge Menschen zum Gespräch über Zeitfresser und Nervtöter – und, um Wege gegen den Stress zu finden. Ralf, 26 Jahre, studiert Maschinenbau und ist gerade voll im Prüfungsstress: "Keine Ahnung, wie ich das ganze Wissen in meinen Kopf bekommen soll", sagt er. "Und selbst, wenn ich das Studium packe – was wird danach?" Auch Sonja, 20 Jahre, macht sich Sorgen wegen der Arbeit: "Eine Kollegin ist krank, die andere im Urlaub – mal schauen, wie lange ich es noch schaffe, den Laden allein zu schmeißen..."
Mit ihrem Problemen sind die beiden nicht allein: Für 48 Prozent der Menschen über 18 Jahren ist laut einer aktuellen Forsa-Umfrage Zeitdruck im Beruf einer der größten Stressfaktoren; finanzielle Sorgen quälen 42 Prozent, Angst vor dem Jobverlust 28 Prozent. Auch Ärger in der Familie gilt mit 48 Prozent als einer der größten Stressverursacher. Da kann Teena, 30 Jahre, nur zustimmen: Sie hat sich vor einem halben Jahr von ihrem Freund getrennt. Ein Schritt, der nötig war. Trotzdem sagt sie: "Wenn eine vertraute, geliebte Person plötzlich nicht mehr da ist, macht das den Alltag nicht gerade leichter."

Chillen - geht häufig besonders gut an der frischen Luft und gemeinsam mit guten Freunden
Höchste Zeit also, ein paar Strategien gegen die Überforderung zu entwickeln! Was hilft, das muss jeder für sich selbst herausfinden: Sport, auf der Wiese liegen und in die Wolken gucken, Computer spielen, mal wieder die ganze Nacht durchtanzen oder den Ärger laut herausschreien – kann alles eine Lösung sein! Sonjas Maxime: "Tief durchatmen, versuchen, einen Moment ganz ruhig zu werden und sich selbst sagen: ich schaff das schon! Dann mit neuem Optimismus wieder ans Werk gehen."
36 Prozent der Befragten gaben laut Forsa an, regelmäßig Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation zu nutzen, um Stress abzubauen; 45 Prozent werden ruhiger, indem sie versuchen, mehr zu schlafen. Chillen, lautet die Devise! Übrigens, wenn Sie Probleme haben, mal so richtig still zu werden, sollten Sie hier klicken!
Sabrina macht es wie die meisten Deutschen (76 Prozent): Sie trifft sich mit Ihren Freunden und spricht über das, was sie stresst. Das befreit und hilft, die eigenen Probleme besser einzuschätzen: Vielleicht haben Sie Ihre Ziele viel zu hoch gesteckt, vielleicht machen Sie aber auch gerade aus einer Mücke einen Elefanten. Wenn Sie in der Familie oder im Freundeskreis niemanden haben, mit dem Sie darüber sprechen wollen, finden Sie übrigens auch in Ihrer Kirchengemeinde Menschen, die Zeit zum Gespräch haben!
Welt meister im Chillen sind übrigens kleine Kinder! Während laut Forsa bereits 20 Prozent der Schüler über Stress klagen, sind die Kleinsten in diesem Punkt resistent. Ihr Geheimnis? Sollten Sie sich unbedingt abgucken: kleine Kinder haben keinen Stress, weil Sie völlig im Hier und Jetzt leben. Natürlich sind sie auch mal unglücklich. Sie lassen dieses Gefühl aber auch voll zu – und haben dann im nächsten Augenblick die Fähigkeit, wieder völlig glücklich zu sein, oft wegen einer Kleinigkeit. Also: schreien Sie ruhig mal, weinen Sie, aber vergessen Sie danach auch ihre Sorgen, was gestern alles schief gelaufen ist oder ob morgen alles klappt und freuen Sie sich über die kleinen Dinge: Sonnenschein, ein Lächeln, ein Stück Schokolade.
