Glück

Die Suche nach dem Glück


Bild: kirchenbote.de

Max (18): "Wenn ich für einige Zeit alles vergesse, was mich nervt, bin ich glücklich. Glücksmomente können der Erfolg im Sport sein oder eine gute Note. Dauerhaftes Glück gibt es wohl am ehesten in einer Beziehung. Aber da renne ich nicht mit Dauergrinsen rum."

Seit Jahrtausenden suchen die Menschen das Glück. Dabei wissen viele nicht einmal, was Glück ist. Aber es gibt gute Ansätze, zeigte die Diskussion in einer Schule. Ein 18-jähriger Schüler kurz vor dem Abitur, der über das Thema Glück spricht - da müssten eigentlich Worte fallen wie "Träume" und "Zukunft", wahrscheinlich "Liebe" und vielleicht "Karriere". Max Pahlmann ist so ein Schüler. Er sagt: "Glück ist nichts Beständiges. Ich kann mit niemandem darüber reden, weil letztlich nur ich selbst über mein Glück entscheide."

Pahlmann ist einer der Teilnehmer bei der Podiumsdiskussion "Was braucht der Mensch zum Glück?" in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Schölerberg in Osnabrück. Über ihnen baumeln Hufeisen, Kleeblätter und Marienkäfer aus Pappe. Glückssymbole in Grün und Rot und Weiß.


Der Glücksbegriff, das ist im Deutschen ein windiges Ding. Fast so unbeständig wie - wenn Pahlmann recht hat - der Zustand, den es beschreibt. Während die Menschen in englischsprachigen Ländern unterscheiden zwischen glücklichen Zufällen (luck), Augenblicken des Wohlbefindens (pleasure) und dem Gefühl, mit dem Leben im Reinen zu sein (happiness), nennen wir Deutschen alles schlicht Glück. Am Schölerberg geht es um Grundsätzliches. Nicht um luck und pleasure, sondern um happiness – um den ganz dicken Brocken sozusagen. Dieses Glück soll unbeständig sein und in der Hand eines jeden Einzelnen liegen, meint jedenfalls Pahlmann.


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Tim (19): "Zeit mit guten Freunden und meiner Familie zu verbringen – das bedeutet für mich Glück. Auch wenn ich mich total entspannen kann und Zeit für mich habe, um zum Beispiel einfach mal eine Stunde auf dem Sofa zu liegen, ist das Glück."

Das stimmt nicht, meint Bischof Franz-Josef Bode. Seiner Ansicht nach ist "persönliches Glück nur möglich, wenn ich das Glück anderer zulasse". Nicht der Einzelne entscheidet also frei darüber. Er muss sein Glücksstreben dort begrenzen, wo er andere einschränken würde. Schließlich sei der Mensch ein Gemeinschaftswesen. "Da können wir nicht einfach als Einzelwesen leben und machen, was wir wollen", sagt Bode.

 Die Frage, was der Mensch zum Glück braucht, ist damit aber nicht beantwortet. Dabei ist die Antwort laut Sportlehrerin Ulla Pratzat eindeutig: Sport. Als ihre 13-monatige Tochter gestorben sei, habe sie "in der Turnhalle gepowert ohne Ende". Danach habe sie sich leichter gefühlt. Irgendwann habe sie bei ihren Sportfreunden das Lachen wiedergefunden.


Schülerin Hannah Brammer ist da anderer Ansicht.  Sie nennt Sport ein "nur kurzes Glück" und fügt hinzu, dass der Mensch Gott brauche, um glücklich zu sein. "Und einen Zweiten", ergänzt Schulleiter Ewald Herkenhoff. Für ihn gibt es langfristiges Glück nur in der Partnerschaft. Max Pahlmann nickt. "Gebraucht zu werden, das ist ein Glück", sagt er.

 Freunde, Lachen, Gott, ein Partner – nach einer Stunde haben die Diskussionsteilnehmer wichtige Glückszutaten zusammengetragen. Einem Schüler aus dem Publikum scheint das ein wenig abgehoben zu sein. "Reicht es nicht, morgens einfach gesund aufzustehen, um glücklich zu sein?", fragt er. Das, meint Bischof Bode, sei zumindest eine gute Voraussetzung.



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