Wurzeln

Ein großes bisschen Sicherheit


"Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit, in einer Welt in der nichts sicher scheint. Gib mir in dieser schnellen Zeit irgendwas das bleibt." Die Band Silbermond trifft mit ihrem Hit Irgendwas bleibt ziemlich genau ins Schwarze: Schule, Ausbildung, Studium, Freunde, Familie, Krankheit, Umzug - manchmal kann das Leben ganz schön kompliziert sein. Ob Ärger im Büro, Auseinandersetzungen in der Beziehung oder die erste eigene Wohnung - manchmal hat man das Gefühl, dass alles auf einmal über einen hereinbricht. In solchen Situationen braucht man einen festen Stand, damit einen die Herausforderungen des alltäglichen Lebens nicht umhauen. Gerade in diesen Situationen kommt es darauf an, dass es etwas gibt, dass trägt - allen Herausforderungen und Schwierigkeiten zum Trotz.

Fragt man junge Menschen, was sie in stürmischen Zeiten aufrecht hält, so lautet die häufigste Antwort: Familie. Laut der aktuellen Shell-Jugendstudie stellen 76 Prozent der Jugendlichen für sich fest, dass man eine Familie brauche, um wirklich glücklich leben zu können. Der Großteil der jungen Mensche findet bei Mama und Papa Rückhalt und emotionale Unterstützung. Mehr als 90 Prozent der Jugendlichen haben nach eigenen Angaben ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern.


Auch der Weltjugendtag beschäftigte sich in diesem Jahr mit der Frage nach dem, was Menschen hält und trägt. Und er tut das ausdrücklich mit der Frage, inwiefern es einem Menschen gelingen kann, aus dem Vertrauen und der Hoffnung auf einen Gott zu leben, von dem es heißt, dass er treu ist (Psalm 31), dass man mit ihm Mauern überspringen kann, dass er die Finsternis hell macht (Psalm 18). "Verwurzelt in Jesus Christus und auf ihn gegründet, fest im Glauben" - so lautete das Motto des Weltjugendtags. Paulus will die Menschen in der Gemeinde von Kolossä zur damaligen Zeit ermutigen, in ihrem Leben auf Gott zu setzen. Das, was damals galt, gilt auch heute: Menschen dürfen auf einen Gott vertrauen, der ihr Leben begleitet und möchte, damit ihr Leben gelingt.

Das Bild des Baums mit Wurzeln und Ästen trägt: Bäume, die wir in den Himmel wachsen sehen, zeigen nur einen Teil ihrer Wirklichkeit. Es gehört zu ihnen ein ebenso wichtiger, aber unsichtbarer Teil. Dunkel und geheimnisvoll liegen die Baumwurzeln in der Erde verborgen. Aus unsichtbaren Wurzeln steigt der Baum in seiner sichtbaren Form dem Licht entgegen. Jeder lebendige Baum wächst in zwei Richtungen, hinab in die Tiefe und hinauf in die Höhe. In dieser Spannung von sichtbarer und unsichtbarer Wirklichkeit, von Tiefe und Größe, von Dunkel und Licht ereignet sich sein Leben. Die unsichtbaren Wurzeln ermöglichen den sichtbaren Stamm. Die Krone aus Ästen und Zweigen, Blättern und Früchten entspringt und entspricht dem verborgenen Geäst der Wurzeln tief in der Erde.

Jeder Mensch, der wachsen und groß werden, sich entfalten und bestehen will, braucht die verborgenen Wurzeln, das tiefe Wohnen in Gott, dem Ursprung des Lebens. Groß zu werden, ohne tief zu werden, ist lebensgefährlich.
Wurzeln bedeuten für den Baum Lebensquelle und Lebenshalt zugleich. Der Glaube an Jesus, der verborgene Umgang mit Gott im Gebet, das Wohnen und Hineinwachsen in seine Worte können Lebensquelle und Halt für jeden Menschen sein - ein großes bisschen Sicherheit, zu jeder Zeit.

Aus dem Bistum Osnabrück waren knapp 300 junge Menschen zum Weltjugendtag In Madrid.
Im Bistumsblog haben Sie von ihren Erlebnissen bei den Tagen der Begegnung und beim WJT berichtet.


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