Messdienerfilm Meppen

Messdiener gesucht!


Und Action! Mit einem selbst gedrehten Film wirbt die Meppener St.-Paulus-Gemeinde um neue Messdiener. Der Spot verbindet Spielfilm und Doku-Szenen. Jetzt hatte er Premiere...


Das Kamerateam bei der Arbeit, Bild: kirchenbote.de

Jede Szene in St. Paulus, Meppen, wird so lange geprobt, bis die Kameraleute und die Regisseurin zufrieden sind.

Selbst im engen Vorraum zwischen Sakristei und Kirche ist für Schauspieler, Filmcrew und Technik noch Platz. Gleich mehrere Einstellungen werden dort gedreht, darunter eine Schlüsselszene des Films: Fabian stürmt atemlos herein und schafft es gerade noch rechtzeitig vor dem "Einläuten", als Messdiener dabei zu sein. Dreimal muss Fabian die Tür aufreißen und ein langgezogenes "Stop" rufen, bevor die Kameraleute und Martina Rensen zufrieden sind. 

Während Kameraset und Beleuchtungsschirm für die nächste Einstellung in der Kirche aufgebaut werden, erklärt Regisseurin Rensen die Drehidee: "Es gibt vielfältige Gründe, warum immer weniger Kinder und Jugendliche Messdiener werden wollen. Aber: Es gibt auch gute Gründe, sich als Messdiener zu engagieren", meint die Lehrerin, die auch im Pfarrgemeinderat aktiv ist. "Kirche hält sich bei Werbung eher bedeckt, obwohl sie einiges zu bieten hat!" Statt wie bislang über persönliche Ansprache und Anschreiben der Erstkommunionkinder, wolle man nun mit modernen Medien auf sich aufmerksam machen. "Filme entsprechen den medialen Konsumgewohnheiten der Kinder, daher ist unser Werbespot sicher gut geeignet", sagt Rensen.

"Messdiener Wanted!", also "Messdiener gesucht!", soll der Film heißen. Neben den Spielfilmszenen um den fast zu spät kommenden Fabian blenden die Drehbuchschreiber immer wieder Szenen aus dem Alltag der Messdiener ein. Drei erfahrene von ihnen ziehen beispielsweise ihre Gewänder an und erklären, was Talar und Rochett sind. Selbst das liturgische Geschehen rund um Altar und Ambo halten die Kameras fest. Und genau wie in einem Dokumentarfilm berichten Pastor, Küsterin und die Messdiener in Interviews über ihre Arbeit und Motivation.

Für diese Szenen hat Martina Rensen den Sozial- und Medienpädagogen Karsten Streeck vom Meppener J@M!-Center mit ins Boot geholt. Er schrieb am Drehbuch mit und filmte die Filmpassagen in der Sakristei. "Die Jugendlichen hier sind schon deutlich anders als die, mit denen ich sonst arbeite", sagt er. Damit meint er nicht allein die sich selbst schauspielernden Messdiener um Fabian. Streeck lobt auch seine "Kollegen", die beiden Kameramänner Johannes Herbst und Jan-Maris Göpfert. Die beiden 16-jährigen Filmenthusiasten drehen auch in ihrer Freizeit und stellen ihre Creartivefilms bei youtube ein. Für "Messdiener Wanted!" bastelten die zwei sogar eigens einen sogenannten Dolly, um ruhige Aufnahmefahrten zu ermöglichen. Dabei stellten sie ihre Kamera auf ein Brett. Darunter schraubten sie an Winkel acht Inlineskaterrollen, die über meterlange, schienenartig ausgelegte Kunststoffröhren gleiten. Die zwei Jungcineasten übernahmen auch den Schnitt des über zehnminütigen Spots und fügten die Spiel- und  Doku-Szenen sowie die erklärende Erzählerstimme zusammen. Das Endprodukt kann jetzt im Internet bestaunt werden.


Video

 

 

 


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