Bischof Bode trifft auf „Killerpilze“
„Killerpilze“ sprachen in Freren zur „Glaubenswoche der Jugend“ über Gerechtigkeit - Bildungskampagne für Äthiopien startet im Bistum OsnabrückSoviel vorweg: Beim Zusammentreffen der „Killerpilze“ mit Franz-Josef Bode schwebte der Bischof nicht einmal in Lebensgefahr. Dafür zeigten sich die, in unter Teenagern wohlbekannten Jung-Rocker in ihrer Wirkung denn doch beruhigend harmlos. Schließlich ging es für das süddeutsche Musiker-Trio nicht um Reklame in eigener, sondern um Werbung für eine gute Sache.

Doch der Reihe nach. Bischof Bode und die kleine Mädchenherzen brechenden „Killerpilze“ waren ins emsländische Freren gekommen, um über das Thema Gerechtigkeit zu sprechen. Eingeladen hatten sie die Initiatoren der „Glaubenswoche der Jugend“ im Bistum Osnabrück. Die Traditionstage – sie finden seit 34 Jahren stets in der ersten Novemberwoche statt – standen in diesem Jahr unter dem Motto „echt-gerecht?!“. Durch die Brisanz und Aktualität des Themas, so Bistums-Jugendevangelisierungsreferent Christian Adolf, hätte sich das Thema nahezu aufgedrängt: „Die Mindestlohn-Debatte oder die Diskussion um das Miteinander in den Schulen zeigen das.“ Da man jedoch nicht nur theoretisch über Gerechtigkeit sprechen wollte, habe man sich an praxisorientierte Projekt „Generation ABC-2015“ angeschlossen.
Mit der Aktion, die an der Milleniums-Kampagne 2015 der Vereinten Nationen orientiert ist, soll bessere Bildung für Kinder und Jugendliche in Äthiopien erreicht werden. Als bekannte Unterstützer des „Generation ABC-2015“-Vorhabens stellten sich die „Killerpilze“ zur Verfügung.
Moderiert von Christian Adolf ging die erste Frage der Talkrunde an Bischof Bode: Wo begegnet ihm Gerechtigkeit? Zunächst habe er viel Ungerechtigkeit zu beobachten, wenn er auf Menschen treffe, die durch das soziale Netz gefallen sind, meinte Bode. Oder: „Ungerecht ist, wenn Kinder wegen ihrem Elternhaus keine Bildungschancen bekämen“, so der Bischof. Um so großartiger sei das Engagement der „Killerpilze“ zu bewerten.
Die drückten als Maximilian Schlichter (21) und Johannes Halbig (20) bis vor kurzem selbst die Schulbank. Der Jüngste, Fabian Halbig (16), besucht derzeit noch das Gymnasium. Die „Penne“ habe nicht immer Spaß gemacht bekennt Sänger und Gitarrist Jo. „Schon gar nicht am Montag Morgen, wenn wir am Wochenende vor Tausenden gespielt haben.“ Wie wichtig gute Bildung sei, erzählt Maximilian, hätten sie erst nach ihrer Rückkehr aus Äthiopien verstanden. „Die Leute dort haben ohne Schulausbildung keine Chance.“
In Afrika haben die drei den Song „Ich will Gerechtigkeit“ komponiert, den sie live und mit Akustikgitarren vor rund 250 Teens und Eltern in der Frerener Franziskus Demann-Schule präsentieren.
Zu sehen gibt es noch eine kleine Filmeinspielung von der letzten „Killerpilze“-Reise nach Äthiopien. 50 Prozent der Bevölkerung des afrikanischen Landes sind Jugendliche, knapp die Hälfte von ihnen kann nicht zur Schule gehen, heißt es in dem Werbe-Film. „Killerpilz“-Jo schlägt schließlich vor: „Ich wette, dass es die Jugendlichen im Bistum Osnabrück nicht schaffen, bis zum nächsten Sommer 10 000 Euro für unser Projekt zu sammeln.“ Werde die Summe über Sponsorenläufe oder andere einfallsreiche Aktionen aufgebracht, komme die Band für ein richtiges Konzert zurück, verspricht er im Namen der Band.
Warum gerade diese Summe, fragt Moderator Adolf. Weil es im Bistum 30 000 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren gibt, weiß Fabi, der jüngste Killerpilz. „Wenn jeder Dritte von ihnen nur einen Euro gibt, haben wir wieder Geld für neue Schulen in Äthiopien zusammen“, rechnet der Schlagzeuger vor. „Ich bin zwar keine 18 mehr, aber ich lege mit 500 Euro den Grundstock für die Spendenaktion an,“, sagt Bode spontan und erntet Jubel aus der Schulaula. Wir helfen euch auch, ruft noch ein Teenie-Mädchen dazwischen – Top, die Wette gilt.
„Generation ABC-2015“
Die Kampagne „Generation ABC-2015“ will die Bildungschancen für Kinder in Äthiopien verbessern. Sie ruft deshalb zu Spenden für den Schulbau in dem afrikanischen Land auf. Als prominente Projektpaten konnten neben den „Killerpilzen“ der MTV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf gewonnen werden. Ebenso mit dabei ist Sara Nuru, die im Mai dieses Jahres Germany’s Next Top-Model wurde.
„Generation ABC-2015“ ist das Jugendprojekt der Stiftung „Menschen für Menschen“ des Schauspielers Karl-Heinz Böhm. Er hatte die Stiftung 1981 nach einer Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Wetten dass...?“ gegründet.
Infos unter: http://www.ichwillgerechtigkeit.de/ oder Christian Adolf (05 41) 318-240, c.adolf@bgv.bistum-os.de
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