Mit gutem Gefühl nach Frenswegen

Uta Tettenborn ist die neue Geschäftsführerin der Begegnungsstätte Kloster Frenswegen.

Uta Tettenborn steht mit grünen Gummistiefeln und Straßenbesen vor der Kapelle und fegt das bunte Herbstlaub zu einem großen Haufen zusammen. „Wir haben heute Großreinemachen. Ist doch klar, dass ich mithelfe“, sagt die neue Geschäftsführerin der ökumenischen Begegnungsstätte Kloster Frenswegen lachend. Und gönnt sich dann für das Gespräch eine kurze Pause.
Die 46-Jährige tritt die Nachfolge von Heinrich Frese an, der aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden war. Weder die Grafschaft noch das Kloster sind ihr mehr fremd. Tettenborn, die aus Lahnstein bei Koblenz stammt, hatte Frese schon ein Jahr lang als Projektleiterin unterstützt.
Frenswegen steht für Ökumene – und auch die ist der evangelischen Theologin nicht fremd. Denn sie ist damit aufgewachsen. „Mein Vater war lutherisch, meine Mutter reformiert und unsere Gegend total katholisch. Auf einer großen katholischen Jugendwallfahrt hab ich schon mal den Jesus gespielt“, erzählt sie schmunzelnd. Beim Theologiestudium zählten Baptisten zu ihren besten Freunden.


Nach dem Studium allerdings fand sie in der Landeskirche keine Stelle. Und wechselte in einen ganz anderen Bereich, den sie bei Nebenverdiensten für das Studium kennengelernt hat: die Gastronomie. In einem angesehenen Restaurant in Berlin arbeitete sich Uta Tettenborn von der Kellnerin bis in die Geschäftsführung hoch. „Das habe ich mit großem Spaß als Vollprofi gemacht“, berichtet sie begeistert von dieser Zeit: von den großen Events, die sie mitorganisiert hat, von der Begegnung mit ungewöhnlichen und mit prominenten Gästen. Viel hat sie dabei gelernt, was ihr in Frenswegen von großem Nutzen ist: Flexibilität, Teamwork, Menschenkenntnis, Management. Und wie wichtig gute Dienstleistungen für ein Haus sind. „Man muss sich auf jeden Besucher gut vorbereiten.“
Nach zehn Jahren in der Gastronomie suchte Uta Tettenborn eine neue Herausforderung – möglichst im kirchlichen Bereich. Wie sie auf Frenswegen gekommen ist? „Das habe ich im Internet gefunden“, erzählt sie und lacht wieder. Der erste Besuch, die ersten Gespräche hinterließen ein gutes Gefühl. „Mein Bauch sagte mir, das kann hier was werden.“
Etwas bewegen, neu gestalten: Das hat sich die 46-Jährige, die im Kloster Frenswegen wohnt und nach Feierabend leidenschaftlich gern liest, in ihrem neuen Amt vorgenommen – nicht nur durch die anstehenden Bauarbeiten. „Ich will unser Haus wieder ins Gespräch bringen – als den Ort für die Ökumene“, sagt sie selbstbewusst. Außerdem möchte sie neue Akzente in den Bereichen Kunst, Musik und Literatur setzen. Der wunderbare Kreuzgang, der Innenhof, die Kapelle eignen sich ihrer Ansicht nach hervorragend dafür. Dass die Begegnungsstätte „natürlich Geld verdienen muss“, ist für sie ganz klar. „Aber hier wird niemals eine Veranstaltung stattfinden, die nicht zu unserem Haus passt“, sagt sie genauso deutlich.
Und schaut dann wieder nach draußen – zu ihrem Team und zu ihrem Besen. „Ich glaube, ich muss da jetzt weiter mithelfen.“
Petra Diek-Münchow



Zurück