Willehad-Empfang im Zeichen des interreligiösen Dialogs
Propst Dr. Martin Schomaker lud 160 Gäste zum traditionellen Treffen im Bremer RathausBremen (mh). "Zum interreligiösen Dialog gibt es keine Alternative". Diese These stand heute im Mittelpunkt des Festvortrages von Prof. Dr. Dr. Helmuth Rolfes beim Willehad-Empfang des Katholischen Büros im Bremer Rathaus, zu dem Propst Dr. Martin Schomaker eingeladen hatte.

Propst Dr. Martin Schomaker begrüßt die Gäste beim Willehad-Empfang des Katholischen Büro im Bremer Rathaus.
Vor gut 160 geladenen Gästen unterstrich Rolfes, gebürtiger Bremer und Professor für systematische Theologie in Kassel, die Bedeutung der Religionsfreiheit und des Gesprächs zwischen den Religionen für ein friedliches Miteinander innerhalb einer Gesellschaft und zwischen den Staaten. Gleichzeitig warnte er vor "Naivität" und "multireligiöser Schummelei": "Wer das Recht auf Religionsfreiheit ablehnt kann kein wirklicher Partner im interreligiösen Dialog sein", so der Theologieprofessor.
Rolfes zeigte auf, dass von einer abnehmenden Bedeutung der Religion keine Rede sein könne, weder in Europa noch weltweit. Etwa 70 Prozent der Bundesbürger würden laut des von der Bertelsmann-Stiftung erarbeiteten Religionsmonitors 2008 als religiös eingestuft, jeder Fünfte sogar als hochreligiös. Deshalb sei der Dialog zwischen den Religionen "aus sozialen und politischen Gründen zwingend notwendig, denn er dient der Verständigung nach innen und außen". So lange Menschen ernsthaft miteinander redeten und sich gegenseitig zu verstehen suchten, so lange würden sie nicht gewaltsam aufeinander losgehen.
Für die katholische Kirche habe das Zweite Vatikanische Konzil für den interreligiösen Dialog einen "verlässlichen Kompass" bereitgestellt, der bis heute noch aktuell sei. Es habe die Religionsfreiheit in der Würde der menschlichen Person begründet. "Das Recht auf religiöse Selbstbestimmung kommt allen Menschen ohne Ausnahme und Unterschied zu", so fasst Rolfes die Grundüberzeugung des Konzils zusammen. Die Auffassung von der Einheit der gesamten Menschheitsfamilie, die im Schöpfergott ein und denselben Ursprung habe, habe zu der Überzeugung geführt, dass Gott das Heil aller Menschen wolle. Die Kirche müsse deshalb damit rechnen, auch in anderen Religionen der göttlichen Gnade zu begegnen.
Bürgermeister Jens Böhrnsen, Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen und zur Zeit auch Bundesratspräsident, unterstrich: "Integration ist nicht Anpassung, nicht die Aufgabe von Verschiedenheiten, sondern die Anerkennung des Anderen in seinem Anderssein, das gemeinsame Suchen und ein gegenseitiges sich Respektieren". Er dankte den Bremer Katholiken für ihr gesellschaftliches Engagement und ihren Einsatz für das interreligiöse Gespräch.
Propst Dr. Martin Schomaker hatte in seiner Begrüßung den Beitrag der katholischen Kirche in den Bereichen Krankenhaus, Caritas, Kitas und Schulen herausgehoben und Bürgermeister Böhrnsen für gute Zusammenarbeit und Unterstützung gedankt.
Zu den über 160 Gästen beim Willehad-Empfang gehörten neben dem Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft, Christian Weber, der Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen, Jens Böhrnsen, der Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche, Renke Brahms sowie der ehemalige Bürgermeister Hans Koschnik und seine Frau.
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