Maria und Elisabet treffen sich in Haste
Eine Polin und eine Deutsche laden zur Begegnung ein / Ihr lebendiges Adventsfenster öffnet am 27. NovemberOsnabrück-Haste (pe). Wie können unterschiedliche Kulturen miteinander Kontakt bekommen? Zum Beispiel, indem Ausländer und Einheimische zusammen Advent feiern.
Der Evangelist Lukas hat es erzählt: Als Maria schwanger wird, besucht sie ihre Cousine Elisabet, die ebenfalls ein Kind erwartet. Beide freuen sich auf die bevorstehenden Geburten. An diese Szene wollen Stephanie Tewes-Ahrnsen und Izabela Kolpuc am 27. November erinnern. Vor dem Pfarrheim der Christus-König-Gemeinde in Haste gestalten sie das lebendige Bild eines Adventskalenders. Eingeladen sind Deutsche und Polen, damit sich beide Gruppen kennenlernen.
Seit Anfang 2009 erwirbt Tewes-Ahrnsen, die von Haus aus Diplom-Pflegewirtin ist, eine Zusatzqualifikation. Bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands wird die 42-Jährige zur Kulturmittlerin ausgebildet. Sie erlernt das Handwerkszeug, mit dem sie Einheimische und Menschen, die nicht in Deutschland geboren sind, in Kontakt bringt. In Fachkreisen wird vom „Migrationshintergrund“ gesprochen. Frauen aus mehreren Bundesländern machen die Ausbildung mit.
„Zuerst haben wir gelernt, wie wir auf andere Menschen zugehen, beim zweiten Treffen ging es um Unterschiede von Islam und Christentum.“ Bestandteil der Ausbildung ist ein Projekt, das die Frauen mit einer Betroffenen angehen sollen. So kam Iza-
bela Kolpuc ins Spiel, die vor 19 Jahren aus Polen nach Deutschland übersiedelte und sich in Osnabrück in der Polnischen Gesellschaft engagiert. „Wir wissen überhaupt nicht, wie viele Teilnehmer sich unser lebendiges Adventsfenster ansehen werden“, sagt die 37 Jahre alte Dolmetscherin und ist schon ein wenig aufgeregt. „Jeder ist willkommen.“
Rund eine halbe Stunde lang geht es um den Besuch Marias bei Elisabet, es wird ein Rollenspiel aufgeführt, es wird gesungen, eine polnische Tanzgruppe tritt auf. Danach kommt der Hauptteil: die Begegnung. Glühwein, Kinderpunsch und Kekse stehen bereit. „Dabei wollen wir ins Gespräch kommen“, sagt Tewes-Ahrnsen. Und wenn es gut läuft, gibt es im nächsten Jahr vielleicht eine Wiederholung.
Beginn ist am Freitag, 27. November, um 17.30 Uhr vor dem Johannes-Prassek-Haus neben der Christus-König-Kirche, Bramstraße 105, Osnabrück-Haste.
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