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Bibelfenster


Als der von Gott bestimmte Zeitpunkt näher rückte, an dem Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, fasste er fest in den Blick, was auf ihn zukam, und machte sich auf den Weg nach Jerusalem. Jesus schickte Boten vor sich her. Die kamen in ein Dorf in Samarien und wollten eine Unterkunft für ihn bereitmachen. Aber die Dorfbewohner weigerten sich, Jesus aufzunehmen, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als seine Jünger Jakobus und Johannes das hörten, sagten sie zu Jesus: "Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?" Jesus wandte sich nach ihnen um und wies sie zurecht. So zogen sie in ein anderes Dorf. Unterwegs sagte jemand zu Jesus: "Ich bin bereit, dir zu folgen, ganz gleich, wohin du gehst!" Jesus antwortete ihm: "Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann." Zu einem anderen sagte Jesus: "Komm, folge mir!" Er aber antwortete: "Herr, erlaube mir, dass ich erst noch hingehe und meinen Vater begrabe." Jesus sagte zu ihm: "Überlass es den Toten, ihre Toten zu begraben! Du aber geh hin und verkünde, dass Gott jetzt seine Herrschaft aufrichten will!" Ein anderer sagte: "Herr, ich will ja gerne mit dir gehen, aber lass mich erst noch von meiner Familie Abschied nehmen!"

Bibel 2000, Lukasevangelium 5,51-62

 
Neulich war’s. Eine Frau wollte ihren Mann kirchlich bestatten lassen. Dagegen spricht nichts. Aber der Besuch bei der Frau war für mich höchst interessant.
"Ich bin evangelisch. Mein Mann katholisch. Er ist nicht aus der Kirche ausgetreten. Wir sind aber keine großen Kirchgänger, dazu fehlte einfach die Zeit. Wir haben drei Kinder und Oma wohnte noch bis zu ihrem Tode bei uns. Wir haben aber keinen umgebracht, mein Mann hat keine Freundin gehabt; und betrogen hat er – glaube ich – auch niemanden. Mit unseren Nachbarn kommen wir ganz gut aus. Und unsere Kinder sind alle was geworden. Übrigens: Mein Mann hat auch alle Anwendungen gehabt."
"Alle Anwendungen?", frage ich. "Was meinen Sie damit?"
"So Taufe und Abendmahl und so etwas."
"Aha."
"Können Sie mir sagen, wie lange so'n Gottesdienst dauert?"
"Etwa eine Stunde."
"Muss das so lang sein? Wir haben zu 12 Uhr bereits die Gaststätte bestellt. Und um 11 Uhr beginnt erst die Feier – dann noch auf den Friedhof."
"Wir können auch in der Friedhofskapelle einen Wortgottesdienst feiern."
"Ist der auch feierlich genug? Ich frag‘ das wegen der Nachbarn."
"Ja, auch das."
"Dann nehmen wir das Angebot an!"
Ich bin ein wenig hilflos gegangen. Wie soll ich hier vom Glauben, von der Nachfolge Christi predigen?

Klaus Warning, Pastor in Teilzeit



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