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Nachdem Jesus das alles vor den Ohren des versammelten Volkes gesagt und seine Rede beendet hatte, ging er nach Kafarnaum. Dort lebte ein Hauptmann, ein Nichtjude. Er hatte einen Diener, den er sehr schätzte; der war schwer krank und lag im Sterben. Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige von den jüdischen Ortsvorstehern zu ihm. Sie sollten ihn bitten, zu kommen und seinem Diener das Leben zu retten. Die Männer kamen zu Jesus und baten ihn dringend: "Der Mann ist es wert, dass du ihm hilfst. Er liebt unser Volk. Er hat uns sogar die Synagoge gebaut." Jesus ging mit ihnen. Als er nicht mehr weit vom Haus entfernt war, schickte der Hauptmann ihm Freunde entgegen und ließ ihm ausrichten: "Herr, bemühe dich doch nicht! Ich weiß, dass ich dir, einem Juden, nicht zumuten kann, mein Haus zu betreten. Deshalb hielt ich mich auch nicht für würdig, selbst zu dir zu kommen. Sag nur ein Wort und mein Diener wird gesund! Auch ich unterstehe höherem Befehl und kann meinen Soldaten Befehle erteilen. Wenn ich zu einem sage: 'Geh!', dann geht er; wenn ich zu einem andern sage: 'Komm!', dann kommt er; und wenn ich meinem Diener befehle: 'Tu das!', dann tut er's."
Als Jesus das hörte, wunderte er sich über ihn. Er drehte sich um und sagte zu der Menge, die ihm folgte: "Wahrhaftig, solch ein Vertrauen habe ich nicht einmal in Israel gefunden!" Als die Boten des Hauptmanns in das Haus zurückkamen, war der Diener gesund.

Bibel 2000, Lukasevangelium 7,1-10

 
"Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund."
Dieses Gebet des Hauptmanns ist bekannt. Wir sprechen es vor der Austeilung von Brot und Wein in jeder Eucharistiefeier. So bekannt, so oft auch gedankenlos heruntergebetet. Schauen wir das Gebet an, so wird klar: Eigentlich bin ich gar nicht würdig, den Leib des Herrn zu empfangen. Und dennoch gehe ich in der Reihe fast aller nach vorne und halte die Hand auf zum Empfang.

Luise Rinser hat mich mit einem Gedanken einmal sehr betroffen gemacht: "Jesus lässt sich mit unseren Händen nehmen. Sauber oder beschmutzt. Hände, die geschlagen haben oder gestohlen. Und dann dürfen wir 'Jesus kauen, schlucken, verdauen‘. Was lässt er da mit sich machen?" Sind wir uns dessen immer bewusst? Schaffen wir es, uns das immer wieder vor Augen zu halten? Und dann die Zusage: Auf dein Wort hin …
Maria sagte JA auf sein Wort hin. "Mir geschehe, wie du es gesagt hast." "Und das Wort ist Fleisch geworden." Auf sein Wort hin warfen die Fischer die Netze aus. Welch' ein Vertrauen auf sein Wort! "So wird meine Seele gesund!"

Vor ein paar Sonntagen war ich als Mitfeiernder in einem Gottesdienst in Münster. Da wurde diese Gebet gesungen – aber in etwas anderer Form:
"Herr, du schenkst mir Würde, wenn du eingehst unter mein Dach. Und sprichst du nur  ein Wort, wird meine Seele gesund."
Dieses Gebet gefällt mir besser – hin und wieder gebetet, gesungen. Dann trete ich bewusster in die Reihe und empfange bewusster das Geschenk von Brot und Wein, das mir trotz allem meine Würde stärkt oder zurückgibt.

Klaus Warning, Pastor in Teilzeit



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