Rulle

Rulle


Im nahe Osnabrück gelegenen Wallfahrtsort Rulle entstand eine Heilig-Blut-Wallfahrt. Eine Urkunde von 1538 berichtet über die Anfänge. Danach wurden 1347 aus dem um 1244 von Haste nach Rulle verlegten Zisterzienserinnenkloster eine Pyxis (Dose) mit konsekrierten Hostien und Schmuck, der für die Anfertigung einer Monstranz geschenkt worden war, gestohlen. Bald darauf, am Samstag vor Martini, fand man der Überlieferung nach in der Nähe des Klosters die Pyxis mit jetzt fünf blutenden Hostien in einem blutbefleckten Korporale (Tüchlein) unter wundersamen Umständen wieder.
Die an dieser Stelle errichtete Wallfahrtskapelle mit der Pyxis und dem später in Kristall gefaßten rotgefärbten Korporale als zentrale Kultgegenstände wurde von da an Ziel vieler frommer Pilger.

Wie die anderen Heilig-Blut-Wallfahrtsorte stand Rulle im Zeichen der seit Mitte des 13. Jh. stark aufgekommenen Eucharistieverehrung: In Rulle wurde 1316 erstmals eine eucharistische Prozession am Freitag vor Pfingsten erwähnt; 1347 entstand der Plan, eine Monstranz für das Allerheiligste anfertigen zu lassen, damit das eucharistische Brot auch gesehen werden konnte. 1652 entstand die heute noch erhaltene Blutmonstranz.
Wegen ihrer Nähe zu einem alten Brunnen hieß die Abtei der Ruller Zisterzienserinnen seit altersher Marienbrunn. Diese Bezeichnung und die vom Zisterzienserorden besonders gepflegte Marienverehrung führten dazu, daß neben die Heilig-Blut-Wallfahrt eine Wallfahrt zur "Schmerzhaften Mutter" von Rulle trat.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Flucht und Vertreibung vieler Deutscher aus ihrer Heimat im Osten kam noch die Wallfahrt zur heiligen Hedwig hinzu, deren Bild in der Gnadenkapelle aufgehängt wurde. Seit 1948 gestaltet das Hedwigswerk des Bistums jährlich eine große Wallfahrt nach Rulle an Christi Himmelfahrt.



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