Horn von Afrika

Dürrekatastrophe am Horn von Afrika


Mehr als 10 Millionen Menschen sind am Horn von Afrika von einer verheerenden Dürre betroffen. Monatelang ist der Regen in Somalia, Äthiopien, Kenia und Sudan komplett ausgeblieben - in den vergangenen sieben Jahren gab es kaum oder gar keinen Niederschlag in der ostafrikanischen Region. Alle Vorräte sind aufgebraucht und das Trinkwasser versickert. Die Erde ist ausgetrocknet, die Ernten sind ausgefallen, das Vieh verendet. Es ist eine der schlimmsten Dürren seit 60 Jahren.


Die Menschen haben Hunger und Durst, viele sind bereits unterernährt. Brunnen und Flüsse sind ausgetrocknet und so ziehen sie fort aus ihren Heimatdörfern, auf der Suche nach Wasser und Nahrung von einem Ort zum nächsten. "Die Lage ist katastrophal", sagt Diakon Gerrit Schulte, Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes Osnabrück. "Und wie so oft sind wieder einmal die Kinder am schlimmsten dran: Sie sterben oft schon auf den mehrwöchigen Hungermärschen, mit denen tausende Menschen der Dürre und der Gewalt zu entfliehen suchen. Viele versuchen aus Somalia nach Äthiopien oder nach Kenia zu gelangen. Das dortige Flüchtlingslager Dadaab ist mittlerweile zu einer der größten Städte Kenias angewachsen. Helfer und Flüchtlinge sind völlig überfordert." Denn selbst in den Flüchtlingsdörfern sind Essen und Trinkwasser viel zu knapp.

Vor allem in Somalia, aber auch in Kenia entstehen durch die Hungersnot Konflikte um die begrenzten Wasser-, Nahrungs- und Weideressourcen. Seit Jahren gibt es in der Region immer wieder Bürgerkriege. Die Länder haben keine funktionierende Regierung, kein allgemein gültiges Rechts- und Sozialsystem.
Diese politischen Unruhen verschlimmern den Konflikt, denn Helfer werden dadurch am Helfen gehindert. "Die Gewalt verschärft all die Probleme noch, die durch die anhaltenden Dürren der vergangenen Jahre und die Ernteausfälle hervorgerufen werden", so Schulte, "Aber Armut und Hungersnöte Ostafrikas sind alles andere als nur hausgemachte Probleme, wie es so oft aus den satten und reichen Regionen unserer Erde zu hören ist. Diese Katastrophe ist nach Meinung vieler Klimaexperten auch unsere Katastrophe. Was in Somalia einst eine Seltenheit war, nämlich der Ausfall der ansonsten halbwegs regelmäßigen zwei Regenzeiten, ist seit einigen Jahren die Regel. Die Folgen des Klimawandels zerstören die Lebensgrundlagen der Menschen in trockenen Erdregionen"


Bild: Laura Donkin/Caritas England

Mit Hilfe eines Maßbands wird der Grad der Unterernährung bei einem Kind festgestellt

In der vergangenen Woche war Bundeskanzlerin Angela Merkel in Afrika unterwegs, unter anderem auch in Kenia. Dort hat sie der Regierung eine Million Euro für das größte Flüchtlingslager der Welt zugesagt. Inzwischen wurde diese Soforthilfe um fünf Millionen Euro aufgestockt. "Ein positives Zeichen", sagt Theo Paul, Generalvikar im Bistum Osnabrück. "Aber nach Expertenmeinung werden am Horn von Afrika rund 500 Millionen Euro gebraucht, um den ärmsten Menschen der Erde zu helfen. Nach Lebensmittelspenden gilt es, der Bevölkerung Dünger und Bewässerungstechniken anzubieten, damit sie sich selbst versorgen können. Auch in dieser Situation gilt ‚Hilfe zur Selbsthilfe’. Nur so können wir Hunger nachhaltig überwinden."

Caritas international und andere Hilfsorganisationen verteilen in den betroffenen Ländern Lebensmittel und sauberes Trinkwasser, setzen Brunnen instand und leisten medizinische Hilfe. Im Fokus stehen dabei die Schwächsten in der Bevölkerung: Kinder, Schwangere, alte Menschen und Frauen mit Kleinkindern.

Angesichts des großen Leids rufen das Bistum Osnabrück und der Diözesan-Caritasverband dazu auf, den Menschen am Horn von Afrika mit Spenden zu helfen. Spenden können Sie direkt hier oder per Banküberweisung an

Caritas international Freiburg
Stichwort "Hungersnot Ostafrika"
Spendenkonto 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00

Oder per Charity-SMS: SMS mit CARITAS an die 8 11 90 senden (5 EUR zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Caritas international 4,83 EUR)


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